Containerschiffe in Rotterdam, Antwerpen und Hamburg: Größer, länger, breiter

Die RMS Titanic ist immer noch als Sinnbild des größten Schiffes der Welt in vielen Köpfen verankert. Doch neben einem modernen Containerschiff würde das Schiff zwergenhaft aussehen. Und die nächste, größere Generation der Containerschiffe steht bereits in den Startlöchern.

Containerschiff im Hafen
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19.000 Standardcontainer sind für die MCS Oscar kein Problem. Das Mega-Containerschiff ist die neueste Weiterentwicklung der See-Frachter, deren Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten fast schon explosionsartig verlaufen ist. Konnten Containerschiffe im Jahr 1977 nur mehr als 3.000 Container laden, waren es im Jahr 2006 über 15.000 Container. Bis heute hat sich die Ladekapazität der Schiffe seit den 1970er Jahren versiebenfacht.

Größer als der Berliner Fernsehturm

Die Ausmaße der modernen Frachter haben natürlich entsprechend zugenommen: Die MCS Oscar kommt mit einer beeindruckenden Länge von 394 Metern, 59 Meter Breite und einem Tiefgang von 16 Metern daher. Das zeigt die aktuelle Grafik, die Statista für Zeit Online erstellt hat. Damit ist die MCS Oscar länger als der Berliner Fernsehturm, Deutschlands größtem Gebäude. Der Turm kommt nämlich nur auf eine Länge, beziehungsweise Höhe, von 368 Metern.

Infografik: Die größten Containerschiffe der Welt | Statista

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Doch so beeindruckend diese Ausmaße der modernen Containerschiffe sind – sie bringen auch große Probleme mit sich. Unter anderem muss die Konstruktion der Schiffe angepasst werden. So wanderte der Aufbau mit Brücke und Mannschaftsräumen vom Ende des Schiffes immer weiter Richtung Bug, wie die Zeit berichtet. Der Grund: Würde man die ursprüngliche Position am Heck beibehalten, könnte der Kapitän aufgrund der Länge und Containerzahl die Schiffsspitze gar nicht mehr sehen.

Hafenbecken an der Grenze

Noch komplizierter wird es allerdings abseits vom Schiff. Der Tiefgang der modernen Giganten überfordert mittlerweile die Hafenbecken. In Hamburg können Container-Riesen nur einlaufen, wenn sie nicht voll beladen sind und der Wasserstand günstig ist. Damit verfliegt der Vorteil der größeren Ladekapazität direkt wieder. Zudem müssen die gewaltigen Containermengen auch abtransportiert werden – eine weitere Herausforderung für die Häfen.

Die Industrieländerorganisation OECD hatte bereits gewarnt, dass eine weitere Vergrößerung der Schiffe kaum noch Sinn mache. Die zusätzlichen Einsparungen seien zu gering. Trotzdem sind für die Zukunft noch größere Schiffe geplant. Bereits 2017 sollen Containerschiffe vom Stapel laufen, die mehr als 20.000 Standardcontainer laden können.

/ Geschrieben von Michael Pohlgeers